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„Papst in der Tasche“ – Fürth macht englische Woche für VfR zur Nullkommanull-Woche

So frustriert hatte man Daniel Weber nach einem Spiel seiner Regionalligisten selten gesehen.  Die 0:1 Heimniederlage gegen Greuther Fürth II schmerzte aber auch in vielerlei Hinsicht.  Zunächst kassierte man die dritte Schlappe in Folge gegen die dritte „Zweite“ eines Profi-Vereins.  Dann dünnte sich der Kader des ohnehin bereits stark ersatzgeschwächten VfR dank zweier Verletzungen weiter aus.  Eine diskussionswürdige Matchstrafe in der zweiten Halbzeit dürfte auch nicht gerade dazu getaugt haben, Webers Laune zu erhellen.  Es war einfach eine Nullkommanull-Woche für die Schwarz-Weißen.

Dabei hatte sich unsere Regionalliga-Truppe fest vorgenommen, die laut Coach „schwächste der Zweier-Mannschaften“ im heimischen Seestadion mit einer stabilen Defensive und gezielten Kontern in die Knie zu zwingen.  Soweit der Matchplan.  Doch es kam alles anders.  Gleich nach vier Minuten der erste Schock-Moment.  Daniel Suck, mal Außenverteidiger mal Teil der Doppelsechs, steigt an der rechten Außenbahn zum Kopfball hoch, landet unglücklich und knickt um.  Er muss per Trage vom Platz geholt werden und wird sofort zum MRT ins Krankenhaus gefahren.  „Das haben wir direkt von der Bank aus organisiert“, sagte Weber nach dem Spiel.  Ergebnis:  Bänderriss im Sprunggelenk.  Ein paar Wochen wird Daniel Suck wohl in der Zuschauerrolle verbringen.

Aber es kam noch bitterer.  Für Suck kam Hepp, der VfR stellte um und musste sich erst mal zurechtfinden.  Das Spiel in dieser Zeit von Unsicherheiten auf beiden Seiten geprägt und schwere Kost für die 290 Zuschauer am Garchinger See.  Kaum hatte sich unsere Elf einigermaßen gefangen, die nächste Hiobsbotschaft.  Der eben eingewechselte Dominik Hepp hatte einen Schlag auf sein Knie bekommen und musste nach gerade mal einer halben Stunde schon wieder vom Platz.  Florian Mayer kam und rückte auf die ungewohnte Außenverteidiger-Position.

Unsere Nummer fünf fand sich schnell zurecht und entwickelte in den letzten Spielzügen vor dem Pausenpfiff neue Dynamik über die rechte Bahn.  Der VfR in dieser Phase mit ansehnlichen Angriffen, leider aber ohne größere Wirkung vor dem gegnerischen Kasten.  Es war überhaupt die beste Phase des Spiels, denn auch die Fürther hatten sich auf den eigentlichen Auftrag des Nachmittags besonnen und versuchten mit fußballerischen Mitteln das Leder in Richtung Tor zu bewegen.

Nach der Halbzeitpause der nächste Nackenschlag für die ohnehin gepeinigten Gastgeber.  Innenverteidiger Sami Belkahia hatte in der 51. Minute für ein Foul eine Verwarnung bekommen.  Nur 3 Minuten später dann ein Zweikampf am eigenen Strafraum.  Langer Ball aus dem Mittelfeld der Franken und unsere Nummer 18 steht als letzter Mann gegen den Fürther Angreifer.  Im Laufduell um den Ball versucht Belkahia ein Foul zu vermeiden, zieht noch zurück und trifft seinen Gegenspieler leicht.  Dieser wehrt sich nicht gegen das Geschenk, fällt und holt sich seinen Freistoß.  Schiedsrichter Andreas Hartl bleibt gnadenlos, zückt die zweite gelbe Karten und gleich hinterher den roten Karton.  Garching zu zehnt.  Sicherlich, wenn der Unparteiische die Aktion als Foul wertet, führt kein Weg an Gelb-Rot vorbei.  Ob man die Aktion aber überhaupt abpfeifen muss, darüber wurde auf der Tribüne heftig diskutiert.

Die Kleeblättler, in Überzahl nun deutlich gefälliger, erarbeiteten sich nun ihre Spielanteile und belohnten sich in der 73. Spielminute mit dem 1:0.  Und wieder meinte es das Glück mit unseren Schwarz-Weißen nicht gut.  Eine Hereingabe von rechts in den Garchinger Strafraum wäre sichere Beute für Silas Göpfert gewesen.  Der Junge Verteidiger rutscht beim Versuch, den Ball zu klären, aus und Christian Heinloth in Grün und Weiß bedankte sich mit einem satten Schuss ins Garchinger Netz.  Diese englische Woche war aus VfR-Sicht einfach zum Davonlaufen.

Man muss unseren Jungs zugutehalten, dass sich das Team auch in dieser schwierigen Situation nicht aufgab.  Die 10 verbliebenen Männer kämpften bis zum Umfallen, erarbeiteten sich auch noch einige Eckbälle und eine hervorragende Gelegenheit, die Keeper Timo Königsmann aber bravourös entschärfte.  Am Ende reichte es aber wieder nicht und den Garchingern bleibt zu wünschen, dass diese Nullkommanull-Woche ganz schnell abgehakt werden kann, damit im nächsten Auswärtsspiel gegen Liga-Schlusslicht Unterföhring der benötigte Dreier rausspringt.

In der Pressekonferenz nach dem Spiel gaben beide Trainer noch ihre Einschätzung über das Match zum Besten.  Timo Rost, ehemaliger Bundesliga-Profi und Fürth-Coach befand, die Garchinger hätten seiner Elf das Leben „brutal schwer gemacht“, sein Matchplan sei aber schlussendlich aufgegangen.  Daniel Weber entgegnete sein Matchplan sei, den vielen Widrigkeiten geschuldet „überhaupt nicht aufgegangen“.  Und hinsichtlich der Verteilung von Glück und Pech an diesem Nachmittag fragte er sein Gegenüber, ob er heute „einen Papst in der Tasche“ gehabt hätte.  Zumindest der Humor ist dem VfR also noch nicht vergangen.  Ob der Papst am Ende bei Rost gefunden wurde blieb zunächst offen, aber wenn ja, bleibt zu hoffen, dass Weber sich selbigen für die Aufgaben der nächsten Wochen einbehalten hat.

2017-10-09T11:23:23+00:00

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